Aktionismus der Unwissenden

Am Wochenende hatte ich das Vergnügen, während eines Restaurant-Besuches in Erfurt ein vor dem Rathaus errichtetes Klima-Camp in Augenschein nehmen zu dürfen. Mal abgesehen von den eigentlich für Ende Juli üblichen Temperaturen war es gut und gern 10 Grad zu kalt und unsere Aktivisten hatten sich vor dem Regen im Zelt verkrochen.

Auf einem Banner vor dem Camp fanden sich dann auch wissenswerte Informationen für den interessierten Laien und unter der Überschrift „Fakt ist:“ fanden sich dort Aussagen wie:

  • Im Jahr 2100 wäre es um durchschnittlich 4 Grad Celsius wärmer
  • Man würde 3-mal mehr Hitzetage erleben als derzeit

Dass es sich hierbei eben nicht um Fakten, sondern um guten Glauben handelt, machte für unsere Aktivisten keinen Unterschied, denn für sie waren das natürlich belegte und bewiesene Fakten. Auf die sogenannten Fakten folgte eine Liste vermeintlicher politischer Versäumnisse und der Ruf nach Geld – das kommt ja eh von der EZB, so wie Strom eben auch aus der Steckdose kommt.

Meine Lieblingsfrage in solchen Situationen ist die nach dem CO2 und seiner aktuellen Konzentration, denn da zeigt sich in der Regel bereits, ob überhaupt ein elementares Grundwissen vorhanden ist. Erste Antworten waren:

  • Na zu viel
  • Und wir Atmen das dann auch noch ein

Was 0,04% CO2 Konzentration mit einem Atmungsrisiko zu tun haben könnten war schwierig zu klären, zumal wir ja unter dem Merkel-Lappen mit bis zu 4% Rückatmung teils das 100-Fache dieser normalen Konzentration für völlig problemlos halten. Erst recht der als T-hoch 4 Gesetz bekannte Zusammenhang zwischen Strahlung und Temperatur von Stefan und Boltzmann war den Klima-Jüngern gänzlich unbekannt.

Es wäre meine Erwartung an diese Art von Aktivisten, dass Fakten auch tatsächlich Fakten sind und ein akzeptables Grundwissen zu den Vorgängen in der Atmosphäre vorhanden ist – aber davon konnte hier keine Rede sein. Vielmehr wurde das Unwissen von Überzeugungen getragen, und die Parolen kommen mir seltsam bekannt vor, denn wir müssten doch allen anderen aufzeigen, dass unsere Konsumgesellschaft der falsche Weg ist und unser Glück in Genügsamkeit liegen müsse. Das sei man seinen Kindern schuldig.

Ich stelle mir gerade vor, wie ich mit meinem Sohn in einer Höhle sitze, und auf dem Sippenhandy gerade ein Bericht über das dekadente China läuft. Mein Sohn schaut mich fragend an, und ich sage, schau nur wieviel besser es uns in unserer Höhle geht.

Es bleibt natürlich auch ein wichtiger Punkt der Argumentation, den ich nicht abstreiten kann und will: Unser Planet mag Nahrung für 12 Mrd Menschen bieten können, aber für ein Leben auf westlichem Niveau für Alle braucht es mehr als drei Erden – das ist bekannt. Genauso bekannt ist auch, dass eine nähere Beschäftigung mit dem Thema Überbevölkerung ein drängendes Thema ist, welches aber einfach wegignoriert wird. Was soll ich sagen – wer das ignoriert muss mir nichts über Klimaschutz erzählen wollen. Die Bevölkerung Afrikas verdoppelt sich im Schnitt aller dreißig Jahre. Wenn man da noch ein paar Brunnen baut, Reis abwirft und Kondome verbietet, kann es auch noch schneller gehen.

Bevor ich das vergesse, sollten wir die CO2 Konzentration auf ein vorindustrielles Niveau senken, werden auch die Ernten um ca 1/3 weniger ertragreich sein. Ausgerechnet ein Artikel im Spiegel befasst sich mit diesem Thema:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-macht-die-welt-gruener-a-1089850.html

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