Verrat an der Bevölkerung

So titelte heute der Spiegel in einem Kommentar von Kurt Stukenberg, der damit natürlich die australische eher wenig auf Klimaschutz bedachte Politik zum Sündenbock für die schweren Buschbrände in Down Under erklären möchte:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimakrise-in-australien-verrat-an-der-bevoelkerung-a-1303669.html

Nachdem sich also Herr Stukenberg zu den leicht im Internet zugänglichen Opferstatistiken ausgelassen hatte, begann er die politische Seite der Medaille zu beleuchten, wobei sein Fokus auf den Kohleexporten, der Kohleverstromung und den daraus angeblich resultierenden Folgen lag. Und dann wurde richtig tief ausgeholt und der eigentlich nötige Frontverlauf zwischen Fridays for Future und der fossilen Industrie als notwendiges Szenario herausgearbeitet:

Seit die Jugendbewegung Fridays for Future im vergangenen Jahr zu einer bestimmenden politischen Kraft geworden ist, wurde die Klimakrise oft als Generationenkonflikt diskutiert. Zu Recht werfen junge Menschen den Älteren vor, in der Atmosphäre kaum noch Platz gelassen zu haben für weitere Kohlendioxidemissionen – die Schüler von heute sind deshalb, anders als ihre Eltern, zu einem Leben in CO2-Askese verdammt, wenn sie die Erderwärmung noch halbwegs beherrschbar halten wollen. Doch der eigentliche Frontverlauf muss zwischen der fossilen Industrie und dem Rest der Welt gezogen werden.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimakrise-in-australien-verrat-an-der-bevoelkerung-a-1303669.html

Wir brauchen also in unserem Kampf einen Frontverlauf – anders wird es wohl nicht gehen. Dass Klimaschutz und Buschbrände keine Kausalität eint, kommt dem stellvertretenden Ressortleiter Wissenschaft bei SPIEGEL ONLINE gar nicht erst in den Sinn. Wie auch – der gute Mann ist schließlich darauf angewiesen der hiesigen Propaganda zu folgen, denn seine Ausbildung lässt in dieser Frage kein eigenes begründetes Bild von der Situation zu. Bei Wikipedia erfährt man:

Stukenberg studierte Germanistik und Sozialwissenschaften in Hamburg und war seit 2007 für das Greenpeace Magazin tätig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Stukenberg

Diese Kombination lässt eigentlich kaum Wünsche offen – ehemaliger Greenpeace Aktivist und Sozi! Herr Stukenberg hätte es vermutlich auch bei den Grünen weit bringen können und eventuell sieht man ihn dort nochmal wieder.

Also wenn ich einen stellvertretenden Ressortleiter Wissenschaft küren dürfte, dann hätte der Mann auch eine naturwissenschaftliche oder ingenieurwissenschaftliche Ausbildung, und käme nicht als einer dieser Geisteswissenschaftler daher, denen das Lösen einer einfachen Differentialgleichung so schwierig vorkommt, wie die Besteigung des Mount Everest. Wieso sich also ausgerechnet Herr Stukenberg berufen fühlt, hier sein Urteil über die politischen Entscheidungen Australiens und den Klimawandel zum Besten zu geben, weiß vermutlich nur er allein.

Fakt ist aus meiner Sicht, dass die australische Regierung weit verantwortlicher mit Volk und Wirtschaft umgeht, als wir dies hier und heute von unserer deutschen Regierung erleben, die gleich mehrere Schlüsselindustrien den Bach runtergehen lässt, eine tote Währungsunion mit Steuergeldern alimentiert und das Land sowie dessen Sozialsysteme mit unkontrollierter Zuwanderung beglückt. Deutschland ist zu einer tickemden Zeitbombe mit gleich mehreren Zündmechanismen verkommen. Den Verrat muß man bestimmt nicht in Australien suchen, wohl aber im von purer Hysterie regierten Berlin, wo Altparteien verzweifelt nach neuen Positionen suchen um doch noch den Machterhalt gewährleisten zu können.

Wer um die Hintergründe des Klimawandels weiß und dies auch noch in den Kontext unserer Situation in Deutschland setz, der empfindet diesen Spiegel Online Kommentar des Herrn Stukenberg wie blanken Hohn, aber vermutlich ist es einfach nur Gefolgschaft in Kombination mit Inkompetenz.

Weiter so, Herr Stukenberg, oder wie wär es mal mit aufwachen?

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