Energiekrise ist rein politisch motiviert

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich bereits mehrfach zu simplen Fragen der Energieversorgung geäußert, und dies betraf neben der Betrachtung unseres künftigen Energiebedarfs auch die Faktenlage rund um die sogenannte Gas Krise.

Es ist unstrittig, dass Atomausstieg und Kohleausstieg zum mehr oder weniger gleichen Zeitpunkt ein Schildbürgerstreich grüner Ideologie sind, und wie ich bereits aufgezeigt hatte, wäre bereits dieses Szenario mit einer erheblichen Deckungslücke in unserem Energiebedarf einhergegangen. Den Ukraine Konflikt hatte ich damals noch nicht mit auf der Rechnung, wohl aber die damaligen Äußerungen des US-Botschafters Richard Grenell zu Nordstream 2, wie hier im Handelsblatt 2020:

Grenell hat sich vergangene Woche mit Senatoren und Abgeordneten getroffen. „Weitere Sanktionen treffen auf überparteiliche Zustimmung“, berichtete er. „Trotz des Wahlkampfs könnte die Gesetzgebung schnell vorangehen.“ Das Ziel der Amerikaner: wenn schon nicht den Bau, so doch die Inbetriebnahme der Pipeline zu verhindern. Unklar ist bisher, welche Form die neuen Sanktionen annehmen würden. Eine Möglichkeit wäre es, Firmen mit Handelsstrafen zu bedrohen, die mit Spezialgeräten die Pipelines warten. Auch Sanktionen gegen die Abnehmer des russischen Gases werden in Washington diskutiert. 

https://www.handelsblatt.com/politik/international/ostseepipeline-abschiedsgruss-von-us-botschafter-grenell-neue-drohung-gegen-nord-stream-2/25861262.html

Wenn Deutschland also Nordstream 2  nicht in Betrieb nimmt, dann nur, weil unsere Freunde in Übersee wenig Interesse an intensiven Handelsbeziehungen zwischen Europa und Russland haben und noch immer die über 100 Jahre alte Geopolitik von Mackinder verfolgen, nach welcher Russland und Europa durch einen Korridor vom Baltikum bis ans Schwarze Meer voneinander zu trennen sind, wenn man die Welt beherrschen möchte. Hinzu kommt heute, dass sich US-Konzerne gern selbst an den Ressourcen Russlands bedienen würden, so wie dies noch zu Zeiten eines Herrn Jelzin möglich war. Im Kontext dieser Fakten erscheint dann auch die Ukraine in einem ganz neuen Licht, denn sie ist nicht nur ein Mosaikstein in diesem Puzzle, sondern ein absolutes Schlüsselland zur Umsetzung der US-Geopolitik, was auch zum 2014 durch die USA orchestrierten Putsch in Kiew geführt hatte, bei welchem eine pro-russische Regierung durch ein den USA zugetanes Regime ersetzt wurde. (Sie können in diesem letzten Satz gut erkennen, wie ich die Begriffe des medialen Framings ganz bewußt verwendet habe)

Heute ist Putin mit seinem “Regime” nun der Kriegstreiber, mit dem man keine Geschäfte machen dürfe, aber dass dieser Krieg bereits seit 2014 stattfindet und durch die USA und deren Verbündete provoziert worden ist, findet in unseren Qualitätsmedien keine Erwähnung – warum auch, denn die USA führen Krieg gegen Russland, bis zum letzten Ukrainer, und wenn es sein muss auch bis zum letzten Europäer. Wem dies nicht klar ist, oder wer darin eine sogenannte “Verschwörungstheorie” sieht, der möge sich bitte informieren, wie unter der Regierung des Friedensnobelpreisträgers Obama das Thema Regime-Change betrieben wurde – der Mann sollte besser einen Kriegsnobelpreis erhalten. Zweckdienlich wäre auch die Lektüre des Buches “Die Ukraine Krise 2014 bis zur Eskalation“.

Um es also in aller Klarheit zu formulieren: Sollten wir nicht über ausreichend Gas und Öl aus Russland verfügen, so liegt das ausschließlich daran, dass unsere Politik die Interessen der USA vertritt, anstelle eigene Interessen zu formulieren und dem auf das Wohl des deutschen Volkes geleisteten Amtseid zu entsprechen.

Stattdessen wird mit riesigem Brimborium an Alternativen gearbeitet, die uns angeblich den Bezug von Flüssiggas ermöglichen sollen. Aber wirklich Nichts von all diesen alternativen Lösungsansätzen kann auch nur annährend die Transportkapazität der Russland-Pipelines ersetzen, schon gar nicht zu den niedrigen Kosten dieser existierenden Infrastruktur – wer da anderer Meinung ist, der hat schlicht und ergreifend keinen Plan von simpelsten logistischen Zusammenhägen. Neben den fehlenden LNG Terminals würde eine Flottenkapazität von LNG Tankern benötigt, die mit mehreren hundert Schiffen im Dauereinsatz jegliche Vorstellungskraft und Machbarkeit sprengt.

Eine heute durchgeführte Umfrage hatte bei 5.000 Teilnehmern zum Ergebnis, dass nur 28,5% der Befragten Nordstream 2 in Betrieb nehmen würden, aber 46,2% wären strikt gegen dieses Vorgehen. Besser kann man mediale Hirnwäsche und deren Erfolg nicht zeigen, denn wie sonst ist ein solch suizidales und intellektuell wenig schmeichelhaftes Ergebnis zu erklären?

Im Ergebnis dieser Umfrage ist vermutlich nicht reflektiert, wer sich die künftigen Energiepreise überhaupt noch leisten kann, mit denen dieser politische Wahnsinn auch weiterhin ermöglicht werden soll. Im Herbst werden wir hoffentlich sehen, wie die Stimmung zu kippen beginnt.

Dass wir aus Deutschland heraus unser Gas zum Beispiel an Polen verkaufen oder mit Gas erzeugten Strom an Frankreich liefern, sind nur weitere Fakten, die zur Gasnotstandslüge vom Herrn Habeck gehören. Und wissen Sie was, Polen und Franzosen werden nicht mit Gasumlage und explodierenden Energiepreisen ruiniert – das passiert nur hier in Deutschland, wo eine grüne Partei die Chance auf den “Booster der Energiewende” sieht.

Interessant ist übrigens aktuell das Kräftemessen um Taiwan, welches eher nicht zufällig sein dürfte, so wie in der großen Politik nie etwas zufällig passiert. China ist als inoffizieller Verbündeter Russlands gerade dabei, unsere Amerikaner zusätzlich zu beschäftigen, was deren Fokus hinsichtlich der Ukraine auf ein neues Schlachtfeld verschieben könnte. Ein ähnliches Vorgehen stand seinerzeit auch hinter dem Putsch in der Ukraine, welcher auch Moskaus Engagement in Syrien schwächen sollte – hatte nur leider nicht funktioniert. Taiwan ist einer der weltweit wichtigsten Exporteure für Halbleiterprodukte.

Neben der Frage der eigenen Interessen unseres Landes bleibt natürlich wie immer zu klären, wie souverän und wie erpressbar wir tatsächlich sind, denn Freunde sind das in den USA auf keinen Fall. Und die Grünen verlieren für mich jede Glaubwürdigkeit, wenn von deren Seite LNG auch nur einen weiteren Tag als Alternative gesehen wird – denn die damit einhergehenden Umweltschäden durch Fracking, Terminalneubau und Aufbau und Betrieb einer gewaltigen Tankerflotte sind ein völliger Wahnsinn.

Im Lichte der hier gezeigten Umfrage kann ich nur appellieren, Leute informiert euch endlich und geht dem Unsinn aus Politik und Medien nicht länger auf den Leim!

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