Deutschland, der Klima-Messias

Also wenn Jesus noch unter uns weilt, dann wird sich dieser arme Kerl jetzt ernsthaft Gedanken machen müssen, denn Deutschland steigt soeben zum Messias des Klimaschutzes auf. So liest sich zumindest eine aktuelle Verlautbarung unseres Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit:

Jetzt ist Deutschland weltweit das erste Industrieland, das sowohl die Atomenergie als auch die Kohle hinter sich lässt. Wir setzen auf die vollständige Energieversorgung aus Sonne- und Windkraft.

Der Kohleausstieg findet auch nicht erst 2038 oder 2035 statt. Bereits in diesem Jahr geht nach dem Beschluss der erste Kohleblock vom Netz. Danach werden jährlich Kohlekraftwerke stillgelegt. Bis 2022 werden die acht schmutzigsten Braunkohlemeiler stillgelegt, weitere Kraftwerke folgen bis 2030 entsprechend den Vorgaben der Kohlekommission. Allerspätestens 2038 wird das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland vom Netz gehen.

Bundesministerium Umwelt

Aha – ist ja wie im Märchen. Wir Deutschen zeigen allen anderen, wie man das richtig macht. Letztlich werden wir nicht mal mehr Erdöl oder Erdgas benötigen, denn unsere Svenja sorgt mit einem wahren Meer aus Wasserstoff für eine wahrlich sorgenfreie Zukunft.

Ein paar kleine Schönheitsfehler hat das Konzept letztlich noch, die man auch ehrlich benennen sollte. Also ein Ausstieg aus Gas und Erdöl wurde nicht bekanntgegeben, denn noch ist keiner dämlich genug, auch das zu fordern. Nur so lässt sich noch eine gewisse Grundlast an Stromversorgung absichern. Aber auch hier gilt, dass beide Rohstoffe begrenzt sind und bei weitem nicht die Kapazitäten eines Nuklearkraftwerks erreicht werden können. Frau Schulzes Märchen funktioniert nämlich nur, wenn unsere Nachbarn sich weiter als Dreckferkel beschimpfen lassen und uns dafür Strom aus Kohle und Uran bereitstellen. Baden-Württemberg erhält Strom aus Frankreich, Bayern bezieht Strom aus Tschechien und Österreich, NRW bedient sich aus Belgien und der Osten bekommt seinen Strom aus Polen.

Was ebenfalls nicht näher benannt wurde ist, mit welchen Kosten pro Liter Wasserstoff zu rechnen ist, denn der Wirkungsgrad ist bei Herstellung und Verwertung so niedrig, dass die Herstellkosten des Energie-Äquivalents für einen Liter Diesel bei gut dem Dreifachen des bekannten Erdölproduktes liegen werden. Energie wird also immer teurer, letztlich so teuer, dass heutige Selbstverständlichkeiten nur noch Eliten zugänglich sein werden.

Aber keine Sorge, ARD und ZDF werden weiter empfangbar sein, denn diese bewährten Werkzeuge der Volksverblödung sind mittlerweile unverzichtbar zur Steuerung unserer sogenannten Demokratie geworden. In dieser Demokratie ist auch Svenja Schulze nur ein Beispiel von vielen, in denen uns Naturwissenschaft von Geisteswissenschaftlern erklärt wird. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass politischer Wille nicht von etwaigen Bedenken zu realen Gegebenheiten verwässert werden kann.

So wird zum Beispiel völlig ausgeblendet, welcher zusätzliche Energiebedarf durch Elektro-Mobilität entstehen wird, und wer jetzt meint, dies würde durch Wasserstoff gelöst, der hat einfach keine Ahnung, über was wir hier reden. Überspitzt kann man sagen, Regenerative Energien könnten das auch nicht leisten, wenn jeder Haushalt in diesem Land ein eigenes Windkraftrad und eine Biogasanlage im Keller betreiben müsste.

Sonnen wir uns also in unserer neuen Rolle des Klima-Messias, spucken wir auf unsere dreckigen Nachbarn, die unsere Grundversorgung gewährleisten und ruinieren wir dieses Land und seine Infrastruktur für die Tagträume grüner Spinner, denn mehr wird bei dieser Politik nicht herauskommen.

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